Waldfriedhof Burbach

Der Burbacher Waldfriedhof, der 1875 eröffnet wurde, ist mit einer Fläche von 28,5 Hektar der zweitgrößte Saarbrücker Friedhof.

Einsegnungshalle auf dem Waldfriedhof Burbach - Foto: Frank Becker / Landeshauptstadt

Einsegnungshalle auf dem Waldfriedhof Burbach - Foto: Frank Becker / Landeshauptstadt

Einsegnungshalle auf dem Waldfriedhof Burbach - Foto: Frank Becker / Landeshauptstadt

Er gehört aber auch zu den ältesten, noch in Belegung befindlichen Friedhöfen der saarländischen Landeshauptstadt. Die Belegungsfläche der ursprünglich rechteckigen kleinen Friedhofsanlage reichte jedoch schon bald nach der Eröffnung nicht mehr aus. Die Bevölkerungsexplosion im aufstrebenden Industriestandort Burbach bedingte rasch aufeinanderfolgende Friedhofserweiterungen in den Jahren 1885 und 1901.

Die heutige Leichenhalle sowie das Friedhofsgärtnerhaus am Eingangsbereich entstanden in den Jahren 1903/05 für rund 36.000 Mark, die Friedhofsfläche wuchs weiter in Richtung Hubert-Müller-Straße.

Während des Ersten Weltkrieges erfolgte erstmals eine Ausdehnung des Friedhofes nach Norden, der in dieser Zeit der bevorzugte Begräbnisplatz für viele Saarbrücker war. Der ab 1914 neu entstehende Hauptfriedhof wurde dagegen von der Bevölkerung vorerst schlecht angenommen. Heute lädt der ältere Friedhofsteil mit einem großzügig gestalteten Eingangsbereich den Besucher zum Verweilen ein.

 

Auf den Spuren regionaler Geschichte

Turnerdenkmal zum Gedenken der Opfer des 1. Weltkriegs - Foto: Frank Becker / Landeshauptstadt

Turnerdenkmal zum Gedenken der Opfer des 1. Weltkriegs - Foto: Frank Becker / Landeshauptstadt

Turnerdenkmal zum Gedenken der Opfer des 1. Weltkriegs - Foto: Frank Becker / Landeshauptstadt

Auf dem Burbacher Waldfriedhof befinden sich zwei Bereiche mit Grabstätten der Opfer der beiden Weltkriege. Ein eigener Ehrenfriedhof wurden für die Kriegsopfer 1939-45 in Feld 46 eingerichtet. Im Gedenken an die Opfer des Ersten Weltkrieges errichtete der Burbacher Turnerbund im Jahre 1926 das sogenannte "Turnerdenkmal".

Bekannte Persönlichkeiten und Ehrenbürger haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden:

Johann Heinrich Barth (1895-1949)
Stadtverordneter der SPD, wegen antifaschistischer Haltung ausgebürgert und von 1942-1945 in Konzentrationslager inhaftiert, später ehrenamtlicher Bürgermeister von Saarbrücken und Landtagsabgeordneter, beigesetzt in Feld 27.

Egon Reinert, ehemaliger Ministerpräsident, beigesetzt in Feld 45.

Dr. Hermann Neuberger, ehemaliger DFB-Präsident, beigesetzt in Feld 28. 

Fritz Zolnhofer, bekannter Saarbrücker Künstler, Ehrengrab in Feld 28

Gemeinschaftsgrabanlagen der Schwestern vom Heiligen Geist und katholischer Priester findet man in Feld 34.

Projekt Urban I

Ein Gang über den Burbacher Friedhof eröffnet dem Besucher einen Einblick in die Friedhofskultur der Zeit um 1900. Damit die historisch wertvollen Grabmale nicht dem "Zahn der Zeit" zum Opfer fallen, wurden einige von ihnen vom Amt für Stadtgrün und Friedhöfe (ehemals Friedhofs- und Bestattungsbetrieb) im Rahmen des EU-Förderprogramms URBAN I in den Jahren 1999-2001 restauriert.

Unter den ausgewählten Grabmalen befanden sich Ehrenmale für Direktoren der Burbacher Hütte, für Werkmeister, Bergarbeiter oder Gastwirte. Jedes Grabmal erzählt eine Lebensgeschichte. Im Mittelpunkt des Projekts stand die Grabgestaltung und deren Erhalt.

Eingebunden in das Projekt waren auch die Steinmetz-, Stein- und Holzbildhauerinnung für das Saarland, die Landwirtschaftskammer und der Landesverband Gartenbau, Fachgruppe Friedhofsgärtner sowie die Treuhandstelle saarländischer Friedhofsgärtner.

Neben der Bearbeitung der Grabmale gehörte aber auch die Neugestaltung der Grabfelder zum Projekt. Für diese Ausführungsarbeiten konnte das Amt für Stadtgrün und Friedhöfe Umschüler des Berufes "Landschaftsgärtner" des Ausbildungszentrums Burbach (AZB) gewinnen, die im Frühjahr die entsprechenden Wegebau- und Ausbauarbeiten übernahmen.

Ein eigener Bestandteil des Projekts war die "Historische Grabbepflanzung" durch Auszubildende im Ausbildungsberuf Friedhofsgärtner. Dazu wurde in Zusammenarbeit mit der Landesberufsschule (TGBBZ II Saarbrücken, Mügelsberg) ein überbetrieblicher Lehrgang initiiert. Für alle Teilnehmer erwies sich dieses im Saarbrücker Raum bisher einmalige
Projekt als eine besondere Herausforderung. Gut funktioniert haben auch die zahlreichen Kooperationen der verschiedenen Berufszweige, die im Friedhofsbereich tätig sind.

 

Waldfriedhof Burbach gehört zu den schönsten Friedhöfen Deutschlands

Platz 12 des Bestattungen.de- Award 2014 für den Waldfriedhof Burbach - Foto: Landeshauptstadt

Platz 12 des Bestattungen.de- Award 2014 für den Waldfriedhof Burbach - Foto: Landeshauptstadt

Platz 12 des Bestattungen.de- Award 2014 für den Waldfriedhof Burbach - Foto: Landeshauptstadt

Der Waldfriedhof Burbach belegt im Rahmen des unabhängigen Branchenpreises "Bestattungen.de-Award auf der Suche nach dem schönsten Friedhof Deutschlands Platz 12. Der Bestattungen.de-Award ist ein unabhängiger Branchenpreis, der seit 2011 jährlich vergeben wird. Im Jahr 2014 erfolgte die Verleihung erstmals in Kooperation mit dem 2. Friedhofskulturkongress in Bad Windsheim.

Der Fachkongress dient dem Erhalt und der Weiterentwicklung der Friedhofskultur und wird in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche ausgerichtet. Eine Jury mit Vertretern aus Kirche, Trauerbegleitung, Friedhofsgestaltung und der Bestattungsbranche hat unter allen Nominierten den schönsten Friedhof Deutschlands gewählt.
 

Ihre Ansprechpartnerinnen in der Verwaltung

Marion Brauner

Tel  +49 (0) 681 905-4279
Fax +49 (0) 681 905-4224
E-Mail marion.brauner@saarbruecken.de 

Ihr Ansprechpartner auf dem Friedhof

Georg Schumacher

Tel  +49 (0) 681 992 853 1
Fax +49 (0) 681 992 854 5
E-Mail georg.schumacher@saarbruecken.de

Häufig gestellte Fragen

  • Welche Grabarten gibt es hier?

    Für Körperbestattungen werden auf dem Burbacher Waldfriedhof folgende Grabarten angeboten:

    • Reihengrabstätten
    • Kindergrabstätten
    • Totgeburten- und Fötengrabstätten
    • Rabattengrabstätten (ein- bis dreistellig)
    • Tiefgrabstätten (in unterirdischer Grabkammer)

    Für Aschebeisetzungen werden auf dem Burbacher Waldfriedhof folgende Grabarten angeboten:

    • Reihengrabstätten
    • Anonyme Grabstätten
    • Historische Urnengemeinschaftsanlage
    • Rabattengrabstätten (ein- bis dreistellig; eine Stelle für bis zu vier Urnen
    • Baumgrabstätten
    • Historische Grabanlagen
    • Urnengemeinschaftswaldgrabstätte
    • Urnenwände
  • Wer kann auf dem Waldfriedhof Burbach bestattet werden?

    Körper- und urnenbestattet werden nur die Einwohner der Stadtteile Malstatt und Burbach. Urnenbestattet werden können auf Antrag alle im § 2 Abs. 2 der geltenden Friedhofssatzung genannten Personen.

  • Wie erreiche ich den Friedhof mit öffentlichen Verkehrsmitteln?

    Sie erreichen den Friedhof mit Bussen der Linien 129 und 134 (Haltestelle Waldfriedhof).

  • Wie viele Sitzplätze sind in der Einsegnungshalle vorhanden?

    In der Einsegnungshalle sind 56 Sitzplätze vorhanden.

  • Kann ich mit dem Auto auf den Waldfriedhof Burbach fahren?

    Ja, mit einer entsprechenden kostenpflichtigen Sondererlaubnis, wenn man über 75 Jahre alt oder gehbehindert ist.

    Folgende Einfahrzeiten gelten:

    Vom 1. April bis 30. September
    Mo-Fr            7.30 – 11.00 Uhr und 16.00 – 18.00 Uhr
    Sa                7.30 – 18.00 Uhr

    Vom 1. Oktober bis 31. März
    Mo–Fr           8.30 – 11.00 Uhr
    Sa                8.30 – 16.00 Uhr

    So/Feiertag   keine Einfahrt

  • Ab wann wird das Wasser vor dem Winter abgestellt und im Frühjahr angestellt?

    Sobald Frostgefahr besteht. Es gibt aber die Möglichkeit, in den Gebäuden auf den Friedhöfen Wasser zu entnehmen.

    Angestellt wird das Wasser sobald die Gefahr von Frösten nicht mehr besteht.